Social Commerce setzt neue Maßstäbe
Social Commerce setzt neue Maßstäbe

Social Commerce setzt neue Maßstäbe

Im Gegensatz zur Beratung im Geschäft verfolgen Freunde und Verwandte keine eigenen Interessen, wenn sie Produkte empfehlen. Dieses unabhängige Urteil prägt Konsumenten mehr denn je, weshalb der Trend in Richtung „Social Commerce“ geht.

Ob das Angebot im Kaufhaus wirklich das beste und günstigste ist, konnten Kunden bis zur flächendeckenden Smartphone-Etablierung nur umständlich herausfinden. Wer damals nicht von Geschäft zu Geschäft stapfen wollte, musste sich wohl oder übel auf die Versprechen des Ladenpersonals verlassen. Das hat sich grundlegend geändert: „Die Kunden sind im Gegensatz zur Vor-Internetzeit emanzipiert und selbstbestimmt“, schreibt Gerrit Heinemann im Buchkapitel „Der stationäre Handel im digitalen Zeitalter“ (Seite 14). So weicht die Beratung durch den Verkäufer zunehmend der selbstständigen Internet-Recherche via PC oder mobilem Endgerät. Neben Produktinformationen und Preisvergleichen sind es vor allem die unabhängigen Bewertungen anderer Käufer, die während der Recherche interessieren. Dabei gilt: Je vertrauenswürdiger die Quelle der Produktempfehlung ist, desto wahrscheinlicher kommt es zum Kauf.

Laut dem diesjährigen Konsumbarometer von Consors Finanz und dem Marktforschungsinstitut BIPE beeinflussen Empfehlungen aus dem nahen Umfeld die Kaufentscheidungen der rund 12.200 befragten Europäer deshalb ganz besonders. 92 Prozent vertrauen auf die Meinung ihrer Familie, 88 Prozent orientieren sich an den Empfehlungen ihrer Freunde. Auch das Urteil von Unbekannten in Form von Bewertungen im Internet und Vergleichsportalen überzeugen 63 und 60 Prozent. Lediglich 52 Prozent der Befragten verlassen sich hingegen auf das Urteil eines Verkäufers im Laden. Weil die Bedienung nicht vertrauensvoll gewirkt hat, haben sich 60 Prozent bereits gegen einen Kauf entschieden.

Feedback-Schleife zum sozialen Netz

Das Konsumentenverhalten verändert sich mit den technologischen Entwicklungen und Möglichkeiten. Nachdem Kundenrezensionen und Ratings bereits seit etlichen Jahren möglich sind, schwappt das Shoppingerlebnis mit all seinen Facetten zunehmend in die sozialen Netzwerke über. Posten Social-Media-User eine Produktempfehlung und berichten über ihre Erfahrungen, färbt das auf die Betrachter ab: Wirkt die Botschaft glaubhaft, beziehen Konsumenten diese in ihre Kaufüberlegungen ein. „Diese Entwicklungen führen auch zu einer veränderten Customer Journey, weg von einer linearen Reihenfolge von Phasen, hin zu einem kreislaufartigen Entscheidungsprozess mit einer konstanten Feedback-Schleife zum sozialen Netz“, erklärt Heinemann im Buchkapitel „App-based Social Commerce“ (Seite 150). E-Commerce verschmilzt somit immer mehr mit sozialen Komponenten und wird damit zum „Social Commerce“. Auch der Begriff „Social Shopping“ fällt in diesem Zusammenhang häufig.

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