Dematerialisierung – Die neue Infrastruktur des Wohlstands
Dematerialisierung - Die neue Infrastruktur des Wohlstands

Dematerialisierung – Die neue Infrastruktur des Wohlstands

Das Internet der Dinge trägt den falschen Namen. Es ist in Wahrheit ein Internet der Services. Als solches wird es unser Leben und die Wertschöpfung der Wirtschaft grundlegend verändern. Für den Standort Deutschland ist diese „Weltmaschine“ von entscheidender Bedeutung.

Seit einigen Jahren schwirren schwindelerregende Zahlen durch die Medien, Vorträge und Diskussionen der Manager. 30 bis 50 Milliarden Geräte, so prognostizierte schon vor Jahren das Marktforschungsinstitut Gartner, würden bis 2020 im Internet der Dinge miteinander kommunizieren. Das zusätzliche Wertschöpfungspotenzial liege bei 1,9 Billionen Dollar, von denen 80 Prozent auf Software und Services entfallen. McKinsey hingegen stellt bereits ganz andere Summen in den Raum: Die intelligente Vernetzung von Geräten und Maschinen über das Internet könne bereits bis im Jahr 2025 einen wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu elf Billionen Dollar im Jahr 2025 schaffen, womit elf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung über das „IoT“ erschaffen würden. Insbesondere die Industrie (3,7 Billionen Dollar), Städte (1,7 Billionen Euro) sowie das Gesundheitswesen (1,6 Billionen Dollar) profitieren demnach von der Entwicklung.

Ob solche Prognosen nun eintreten, unterboten oder übertroffen werden, ändert nichts an dem grundlegenden Fortschritt, den das Internet der Dinge mit sich bringt: Es bildet die neue Infrastruktur des Wohlstands. Während früher Hafenstädte oder Orte an den Knotenpunkten der großen Handelsrouten prosperierten, geht es heute um den Anschluss an das weltumspannende System kommunizierender Geräte. Die Hardware ist dabei aber gar nicht entscheidend, sondern nur Mittel zum Zweck. Der Mehrwert ergibt sich aus dem Fluss der Daten, der wie auf einem endlosen Möbiusband unter den Teilnehmern dieses Netzes zirkuliert. Hier, im stetigen Tausch von Daten gegen Nutzen, liegt die Quelle der neuen Wertschöpfung. Sie kommt nicht den Anbietern der Technologie, sondern zu 90 Prozent den Anwendern und Nutzern des Internets der Dinge zu Gute: den Unternehmen und den Verbrauchern.

Die „Dinge“ sind nicht wesentlich

Es ist wichtig, diese Dualität zu verstehen. In Deutschland wird das Internet der Dinge noch zu sehr unter dem Primat von Industrie 4.0 diskutiert. Daran trägt auch die Bundesregierung eine Mitschuld. Sie propagiert die Industrie 4.0 und suggeriert den Unternehmen eine Sicherheit, die es in Wahrheit nicht gibt. Sie verabreicht insbesondere dem Mittelstand Valium, so, als wäre die Umsetzung von Industrie 4.0 eine „carte blanche“ für die digitalisierte Welt. Nun will ich die Effekte auch nicht kleinreden. Natürlich wird die Produktion durch das Industrie 4.0 intelligenter und effizienter. Aber als Ergebnis stehen halt auch nur smartere Fabriken in der Landschaft und werfen wiederum Produkte aus. In seinem Vorwort zur jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „zeitschmelze“, die von der Initiative Deutschland Digital (IDD) herausgegeben wird, sagt der für digitale Infrastruktur zuständige Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU): „Was folgt, ist die Vernetzung der Dinge. Damit erreicht die Digitalisierung unsere Stärken. Als führende Industrienation, Weltmarktführer bei Maschinen und Autos und Maßstab bei Infrastruktur und Bau sind wir das Land der Dinge.“ Welch grandioses Missverständnis.

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